Patienten-Information  I  Diabetischer Fuß
 



Druckbilder neuropathischer Füße

Druckbilder nicht neuropathischer Füße


 

 
Pedographie am Diabetischen Fuß

Bereits in den frühen achtziger Jahren wurden die ersten Studien über die Veränderung der Druckverteilungsmuster am dynamisch belasteten Fuß von Diabetikern veröffentlicht.

Dabei kam ein von der Firma novel in München ursprünglich für die Automobiltechnik entwickeltes neues Messverfahren zum Einsatz. Schon bei den ersten Tests an neuropathischen Füßen zeigten sich deutliche Unterschiede zu gesunden Füßen.

Im Rahmen eines 1984 vom BMFT geförderten Projekts untersuchte Dr. Dieter Kirsch von der Forschergruppe Diabetes München unter der Leitung von Prof. Mehnert mehr als 600 Diabetiker.

Bei den Diabetes-Patienten mit Neuropathie zeigten sich spezifische Fußdruckmuster.

Der Vorfuß war während des gesamten Abrollvorgangs höher und länger belastet als bei gesunden Füßen, die Patienten hatten einen „patschenden“ Gang. Darüber hinaus war die Belastung der Fersen und der Zehen geringer als bei unauffälligen Füßen.

Bei vielen neuropathischen Füßen waren die lokalen Druckbelastungen, besonders unter den Metatarsalen, erheblich höher als bei nicht neuropathischen.

Andere Tests zur Neuropathiekontrolle, wie Temperaturempfinden, Vibrationsempfinden oder der Monofilamentetest wurden zum Vergleich herangezogen.

Es ergab sich statistisch ein eindeutiger Zusammenhang:

Wenn die Druckverteilung typische Veränderungen zeigte, waren meist auch die anderen Tests wie Temperaturempfinden oder Vibrationsempfinden auffällig.

Die Messverfahren ergänzten sich zu einem sicheren Befund.



Therapie für den Diabetischen Fuß

Neben der üblichen Therapie beim Diabetiker ist im Falle einer veränderten Druckbelastung der Füße mit lokalen hohen Druckspitzen eine sofortige Versorgung der Füße mit angepasstem Schuhwerk bzw. speziellen, Druck mindernden Einlagen indiziert. Keinesfalls sollten diese Patienten barfuß gehen, da die plantaren Drücke dabei sehr hoch werden und die Füße ungeschützt sind.

Die Schuhe und Einlagen müssen von gut ausgebildeten Orthopädieschuhtechnikern oder Orthopädiemechanikern angefertigt werden. Dabei dienen die 1:1 Ausdrucke der pedographischen Messung auf der emed Plattform als wesentliche Grundlage für den Aufbau der Schuhversorgung, deren Druckverteilung anschließend am Fuß des Patienten nachgemessen werden muss. Dafür wurden in den letzten Jahren die pedar Druckverteilungsmesssysteme zur Messung in Schuhen entwickelt.

Die Forderung an die Schuhversorgung beim Diabetiker ist es, den Druck so gleichmäßig wie möglich zu verteilen, um Druckspitzen zu vermeiden. Der Patient muss lernen, auf seine Füße zu achten. Bei der Beratung durch den Arzt sind die farbigen Ausdrucke der Pedographie dabei eine wirksame Hilfe, da sie dem Patienten eindringlich demonstrieren, wo seine Füße besonders gefährdet sind. Die Pedographie ist schnell durchzuführen und stellt für den Patienten keinerlei Belastung dar. Es gilt, die Zahl der Ulcus bedingten Amputationen zu reduzieren. Die Pedographie ist ein wertvolles Hilfsmittel dafür.

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  pedography for the diabetic foot
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Links

  Treatment for diabetic foot ulcers.

Cavanagh PR, Lipsky BA, Bradbury AW, Botek G.

(The Lancet, pp. 1725-1735, Vol 366, Nov. 2005)